02/04/2015

"Der Zusammenhalt in der deutsch-französischen Studiengruppe ist sehr groß..."



Anna ist Deutsche. Sie ist 21 und hat einen DFH-Studiengang absolviert, um einen doppelten Abschluss zu erhalten. Sie hat den Bachelor „Internationale und Europäische Governance“ an der WWU Münster und dem IEP Lille gewählt und studiert heute den weiterführenden Master.




Wie war dein erster Eindruck von der Partneruniversität?


Ich habe mein Studium an meiner Partneruniversität Sciences Po Lille in Frankreich begonnen. Es war vieles anders als das, was ich bis dahin vom Unileben in Deutschland so gehört hatte. In Lille war vieles wie ich es von der Schule kannte: wir hatten am Anfang einen festen Stundenplan bekommen, hatten unsere Kurse in einer festen Gruppe wie eine Schulklasse und Anwesenheitspflicht. Das hatte aber auch viele Vorteile: wir wurden sehr gut von unserer Studiengangskoordinatorin betreut und hatten zum Beispiel zusammen mit unseren französischen FIFA[filière franco-allemande]-Studenten zu Beginn eine Integrationswoche. Insgesamt war mein erster Eindruck also, dass wir als deutsche Studierende sehr gut integriert wurden, mehr als das bei normalen Erasmus-Studenten der Fall ist. Diesen Eindruck kann ich, jetzt während meines zweiten Lille-Aufenthalts, nur bestätigen.

Aus welchem Grund hast du dich dafür entschieden, einen DFH-Studiengang zu absolvieren?


Nach meinem Abi-Bac und einem sechsmonatigen Aufenthalt mit dem Programme Voltaire in Frankreich während meiner Schulzeit, wollte ich den Frankreich-Bezug während meines Studiums nicht verlieren. Gleichzeitig wollte ich gerne Politikwissenschaft studieren, was in Frankreich ein deutlich anerkannteres Studium ist als in Deutschland. Der DFH-Studiengang Münster-Lille war daher für mich die ideale Möglichkeit diese beiden Ziele zu verbinden. Außerdem sind die DFH-Studiengänge auch aus praktischer Sicht einmalig: ein doppelter Bachelor-/Masterabschluss in der Regelstudienzeit und ein Stipendium inklusive. Nicht zuletzt hat mir die Idee gefallen in einer kleinen deutsch-französischen Gruppe zu studieren, die jährlich zusammen den Studienort wechselt.

Was hat dir in der Partnerstadt am besten gefallen?


An Lille hat mir gefallen, dass es eine sehr lebendige Stadt ist mit einer überschaubaren Größe. Es fehlt nicht an Bars und kulturellem Programm, gleichzeitig kann man aber so ziemlich überall mit dem Fahrrad hinfahren. Ein weiterer Vorteil von Lille ist, dass man relativ schnell in anderen großen Städten ist: eine halbe Stunde nach Brüssel, eine Stunde nach Paris und eineinhalb nach London. Es wird einem neben dem Studium also nicht langweilig...


Lille
Was hast du während deines Auslandsaufenthalts am meisten vermisst?


Am meisten vermisst habe ich während meines Studiums an der Sciences Po Lille wohl die Zeit, nebenher was anderes zu machen. Die Vorlesungen und Seminare erfordern viel Arbeit, sodass nur eine begrenzte Zeit für Hobbys übrig bleibt.

Was hat dir der Auslandsaufenthalt gebracht?


Der Zusammenhalt in der deutsch-französischen Studiengruppe (FIFA) ist sehr groß und es ist zwischenmenschlich eine große Erfahrung, täglich in einer deutsch-französischen Gruppe zu arbeiten und zu leben. Durch den ständigen Wechsel zwischen Deutschland und Frankreich entsteht schnell eine große "FIFA-Familie", in der jeder jedem hilft bei administrativen, sprachlichen und praktischen Problemen.

Die Kurse in Frankreich bringen mir unheimlich viel. Gerade weil die Unterrichtsmethode so verschieden ist, profitiert man doppelt. Von der Diskussionsfreude in Deutschland und der inhaltlichen Dichte in Frankreich. Intellektuell ist es auch immer wieder eine Herausforderung, sich auf die teilweise sehr unterschiedlichen Anforderungen einzustellen oder auch mal mitten im Satz die Sprache zu wechseln.

Kulturell gesehen habe ich Frankreich während meiner Aufenthalte im ersten, sowie jetzt im dritten Jahr sehr viel gelernt. Ich wohne in einer deutsch-französischen WG und lerne täglich Neues über das französische Essen, Politik und auch das hiesige Studentenleben.

Welche Pläne hast du für die Zeit nach deinem Abschluss?


Ich interessiere mich sehr für die Europäische Union und würde sehr gerne nach meinem Studium in Brüssel arbeiten, in oder im Umfeld der europäischen Institutionen. Fließend Französisch zu sprechen und die kulturellen Erfahrungen, die ich durch mein Studium gemacht habe, sind dafür auf jeden Fall von großem Vorteil.

Was wird dir von diesem Aufenthalt im Ausland in Erinnerung bleiben?



Ich werde mich vor allem an die schönen Momente erinnern: jede Menge Einweihungspartys, meine deutsch-französische Coloc', die vielen interessanten Kurse an der Sciences Po Lille, etc. Ein Auslandaufenthalt ist aber auch immer mit einem gewissen administrativen und praktischen Aufwand verbunden wie zum Beispiel die ständige Wohnungssuche...insgesamt werde ich meinen ersten sowie auch meinen zweiten Aufenthalt in Lille sehr positiv in Erinnerung behalten.


Lille



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