25/05/2016

„Interkulturalität bei der Arbeit ist eine kostbare Bereicherung“




Helena Fuchs ist Deutsche und hat den DFH-Bachelorstudiengang „Europäische Betriebswirtschaft“ an der Hochschule Regensburg und der École Supérieure de Commerce in La Rochelle absolviert. Daran angeschlossen hat sie einen Master in „Relations Internationales et Action à l’Etranger“ an der Université Paris 1 Panthéon Sorbonne. 






Welche Kompetenzen haben Sie durch Ihren DFH-Studiengang erworben?

In meinem DFH-Bachelorstudium habe ich viele bereichernde Erfahrungen gemacht und Neues dazugelernt – gerade in den Bereichen interkulturelle Kommunikation, Teamfähigkeit, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Selbstständigkeit und Entscheidungsfähigkeit.

Bei welchem Unternehmen und in welcher Position arbeiten Sie gegenwärtig?

Ich arbeite seit 2014 bei der Ingenieurshochschule AgroParisTech in Paris. Dort bin ich als Projektmanagerin für die Programme Erasmus Mundus innerhalb des ‚International Offices‘ zuständig.

Was begeistert Sie an Ihrem jetzigen Job? Welche Aufgaben haben Sie?

Mich begeistert die Arbeit an einem europäischen Erasmus-Mundus-Master-Programm, an dem Studenten aus aller Welt teilnehmen. Für mich ist es wichtig, eine „sinnvolle“ Arbeit auszuüben, bei der es nicht nur um Profit geht. Der Studiengang bietet internationalen Studenten die Möglichkeit, mit einem Stipendium in Europa zu studieren. Vor diesem Hintergrund bereitet mir die Arbeit jeden Tag aufs Neue viel Spaß. Zudem habe ich die Möglichkeit, Meetings bei den Partneruniversitäten mitzugestalten und an verschiedenen Konferenzen teilzunehmen.
Meine Aufgaben sind insgesamt sehr vielseitig: So bin ich für das Verfassen von Berichten für die Europäische Kommission, die externe Kommunikation (Webseite, Erstellung von Kommunikationsmaterial, etc.) und die Organisation von Veranstaltungen (Welcome Week für Studenten, Treffen des Konsortiums, etc.) verantwortlich.

Inwiefern hat Ihre Tätigkeit einen deutsch-französischen Bezug?

Ich arbeite in Frankreich, in einer französischen Hochschule und spreche Französisch im alltäglichen Arbeitsleben. Während der Arbeit habe ich allerdings wenig mit Deutschland zu tun.

Inwiefern waren Ihre Mehrsprachigkeit und Ihre Auslandserfahrung ein Einstellungskriterium für Ihre jetzige Stelle? Was war neben Ihrem deutsch-französischen Profil noch ausschlaggebend?


Meine französischen und englischen Sprachkenntnisse waren ein sehr wichtiges Einstellungskriterium. Außerdem waren meine vielen internationalen Praktikumserfahrungen hilfreich – vor allem die bei der Europäischen Kommission. Von Vorteil war außerdem, dass ich das gleiche Studium absolviert habe wie meine Vorgängerin und dass ich einen Master in Frankreich gemacht habe. Somit konnte ich sehr gute Kenntnisse des französischen Hochschulsystems vorweisen.

Seit wann haben Sie Ihre aktuelle Stelle inne und wie war Ihr beruflicher Werdegang seit dem Studienabschluss?

In meiner aktuellen Stelle arbeite ich seit September 2014. Nach dem DFH-Bachelor (Bac+4) habe ich direkt den Master 2 im Bereich Internationale Beziehungen an der Sorbonne in Paris angeschlossen. Mein Masterstudium habe ich dann mit einem sechsmonatigen Praktikum bei der Europäischen Kommission in Brüssel als Blue Book Trainee abgeschlossen.

Wie haben Sie Ihren jetzigen oder frühere Arbeitgeber kennengelernt? Welche Rolle hat die DFH dabei gespielt?

Meinen jetzigen Arbeitgeber habe ich über das Alumni-Netzwerk meines Masterstudiengangs gefunden. Bei der Vorbereitung auf mein Bewerbungsgespräch hat mir die Teilnahme am Interkulturellen Bewerbertraining (IKB) der DFH sehr geholfen. Das Vorstellungsgespräch bei meinem jetzigen Arbeitgeber war mein erstes Job-Vorstellungsgespräch überhaupt, während ich noch studiert habe. Ich habe mich sehr gut darauf vorbereitet – auch mit Hilfe der IKB-Unterlagen. Es hat sich gezeigt, dass sich eine gute Vorbereitung lohnt!

Welche Ratschläge würden Sie DFH-Studierenden geben, um einen Job zu finden, der ihren Vorstellungen entspricht?

Am interkulturellen Bewerbertraining der DFH teilnehmen! Die zwei Coachs sind super! Außerdem ist es empfehlenswert, einen guten Kontakt zu Alumni-Netzwerken und (ehemaligen) Kommilitonen zu halten. Ansonsten ist es natürlich wichtig, sich genau die Job-Ausschreibung anzusehen. Und dann: einfach probieren!

Warum würden Sie anderen dazu raten, einen DFH-Studiengang zu absolvieren?


Grundsätzlich würde ich einen DFH-Studiengang aufgrund der zwei Abschlüsse empfehlen, die man mit nur einem Studiengang erhält. Die automatische Anerkennung aller Studienleistungen, die in Frankreich erbracht wurden und die organisierte Mobilität sind ebenfalls ein sehr großer Vorteil. Die finanzielle Unterstützung, die man während der Auslandsphase von der DFH erhält, ist ebenfalls ein sehr großer Pluspunkt. Ein Studium in einem anderen Land ermöglicht, dieses Land aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen zu lernen. Der Auslandsaufenthalt bietet viele spannende Herausforderungen und gibt einem die Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern. Am Ende hat man zahlreiche internationale Kontakte geknüpft und eine zweite Heimatstadt beziehungsweise ein zweites Heimatland gewonnen. Meinen DFH-Bachelorstudiengang würde ich empfehlen, weil man wegen des Umfangs von acht Semestern in Frankreich direkt mit einem Master 2 in Frankreich anschließen kann.

Bei welchen Gelegenheiten in Ihrem Arbeitsalltag machen sich kulturelle Unterschiede nach Ihrer Erfahrung am meisten bemerkbar? Und in welcher Form?

Kulturelle Unterschiede sind in fast jeder Hinsicht im Arbeitsalltag vorhanden. Beispiele wären die Kommunikation und der Umgang mit Kollegen und anderen Mitarbeitern generell, der administrative Ablauf, das Zeitmanagement, die Arbeitszeiten, aber auch die hierarchische Struktur der Einrichtung.

Erzählen Sie uns eine interkulturelle Anekdote aus Ihrem Arbeitsleben.


Vor halb zehn ist bei uns kaum jemand im Büro, Mittagspause ist dann aber schon um zwölf, Punkt zwölf Uhr, weil sonst müsste man ja Schlange stehen in der Kantine... dann wiederum sitzt man aber gemütlich eine Stunde am Tisch beim Essen, denn schließlich gibt es ja das komplette Programm: Vorspeise, Hauptspeise, Nachtisch, Früchte, Käseecken, Brötchen, und noch einen Kaffee!










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